Kategorie: Medienberichterstattung

Project Syndicate, 07.10.2022 | Clemens Fuest & Axel Ockenfels

„The energy crisis incited by Russia’s war in Ukraine has triggered intense debates in many countries about whether the windfall profits that energy companies are now making should be taxed. […] Unless managed properly, any windfall profits tax that is imposed could make today’s energy shortages even worse. […] Additional profit taxes can be introduced in the energy sector in various ways, but a fundamental question is how to define the profits that are to be taxed.“

Kölner Universitätsmagazin, 06.10.2022 | Charlotte Pekel

„Dr. Anna Bindler […] untersucht auf dem Gebiet der Economics of Crime, warum Menschen zu Opfern oder Täter*innen werden, und wie sich das verhindern lässt. Sie schaut sich dabei wirtschaftliche Ursachen an und berechnet die Kosten von Kriminalität – für einzelne Menschen und die ganze Gesellschaft. […] Die Wirtschaftswissenschaft hat bislang vor allem auf die Täter*innen geschaut. Anna Bindler interessiert die andere Seite: Sie will herausfinden, warum Menschen zu Opfern von Kriminalverbrechen werden und welche Konsequenzen sich für sie daraus ergeben.“

Euractiv, 08.09.2022 | Axel Ockenfels

„[…] There appears to be a more straightforward and much less intrusive way to use the wholesale electricity market to skim the windfall profits of the gas crisis: Tax the revenues from inframarginal power production, but only when gas-fired power plants are marginal. Because the tax is levied only when gas-fired power plants are operating, the tax effectively skims (only) the windfall profits from high gas prices. Of course, the net price paid to inframarginal producers must remain above the marginal costs of supply. Then, all available low-cost generation capacities deliver electricity whenever gas-fired plants set a high market price, implying that all windfall profits are equally affected, regardless of what contracts underlie them or where trade occurs.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2022 | Johannes Pennekamp & Axel Ockenfels

„[…] Greift man in den Markt ein, zerstört man den Anreiz für diesen Anpassungsprozess, sagen Kritiker. Ökonom Ockenfels hält das Problem im Fall des Strommarktes für vernachlässigbar, da in erster Linie die Politik, zum Beispiel mit dem Kohle- und Atomausstieg, darüber entscheidet, wer in den Markt ein- und austreten kann. Bei aller aktuellen Kritik am Strommarktdesign darf nicht vergessen werden, dass der deutsche Strommarkt vor der Li­beralisierung 1998 keineswegs besser funktioniert hat. Im Gegenteil – Ökonom Ockenfels bilanziert: „Der europäische Markt hat sich gut entwickelt, auch im in­ternationalen Vergleich.““

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2022 | Hendrik Kafsack, Johannes Pennekamp & Axel Ockenfels

„[…] Die Idee, die Gewinne der Erzeuger mit niedrigen Betriebskosten abzuschöpfen, gleicht dem Ansatz, den der Ökonom Axel Ockenfels, ein Fachmann für Strommärkte, in der F.A.Z. vorgelegt hat. Der Direktor des Kölner Laboratoriums für Wirtschaftsforschung schlägt vor, Strom, der nicht in Gaskraftwerken erzeugt wird, stärker zu besteuern als den aus Gaskraftwerken. Um die Idee hinter den Ansatz von Ockenfels wie auch der Kommission zu verstehen, hilft ein Blick auf das Design des Strommarktes. Die hohen Gaspreise machen den in Gaskraftwerken produzierten Strom extrem teuer. Genau die sind für die Sicherstellung der Stromversorgung momentan aber unverzichtbar, weil es zu wenig (französische) Atomkraft und Wasserkraft gibt und die hohen Temperaturen die Stromnachfrage für das Kühlen nach oben getrieben haben.“

Der Spiegel, 08.09.2022 | Susanne Götze, Isabell Hülsen, Benedikt Müller-Arnold & Axel Ockenfels

„[…] Der Ökonom Axel Ockenfels betont daher, dass Erlöse am Spotmarkt nicht ohne Weiteres mit Gewinnen der Unternehmen gleichzusetzen sind, da viele Kraftwerke ihren Strom schon vor der Energiekrise zu niedrigen Preisen verkauft haben. Würde der Staat Zufallsgewinne nur auf dem Spotmarkt abschöpfen, hätten Anbieter überdies einen Anreiz, ihre Mengen über andere Wege zu verkaufen. »Die Abschöpfung müsste sich an der Stromproduktion orientieren, nicht an Verträgen oder bestimmten Plattformen«, sagt Ockenfels.“

Handelsblatt, 05.09.2022 | Silvana Tiedemann, Lion Hirth & Axel Ockenfels

„[…] Da fast die Hälfte des Erdgases in Deutschland von Privathaushalten, Büros und Kleingewerbebetrieben zum Heizen und für die Bereitstellung von Warmwasser verbraucht wird, lautet eine der dringendsten energiepolitischen Fragen dieser Tage: Wie können wirksame, verständliche und gerechte Anreize geschaffen werden, die Menschen zum Energiesparen bewegen? Hier kommen die Energieunternehmen selbst ins Spiel. Sie können einfach und unbürokratisch zusätzliche Sparanreize schaffen: durch Einsparprämien. Versorger sollten ihre Kunden bezahlen, wenn sie ihren Energieverbrauch reduzieren.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2022 | Julia Löhr, Johannes Pennekamp & Axel Ockenfels

“ […] Eine Übergewinnsteuer scheint für die Regierung also ein Tabu zu sein – eine Reform des Strommarktes, die zu ähnlichen Ergebnissen führt, aber nicht. Wie könnte eine solche Reform konkret aussehen? Der Ökonom Axel Ockenfels, ein Experte für Strommärkte und gefragter Berater der Berliner Politik, hat diese bereits ausbuchstabiert. Kurz zusammengefasst, schlägt der Direktor des Kölner Laboratoriums für Wirtschaftsforschung vor, Strom, der nicht in Gaskraftwerken erzeugt wird, stärker zu besteuern als solchen aus Gaskraftwerken.“

Handelsblatt, 09.08.2022 | Matthias Sutter, Dirk Sliwka, Peter Werner & Axel Ockenfels

„Kürzlich berichtete mir ein Vorstandsmitglied, dass sein mittelständisches Unternehmen die jährlichen Bonuszahlungen abgeschafft habe. Mitarbeiter hätten sich immer wieder zu wenig wertgeschätzt gefühlt, wenn sie etwa in einem Jahr nur 1900 Euro statt der gewohnten 2000 Euro erhalten hätten. […] Jedoch ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Das führt zu negativer Stimmung, wenn Bonuszahlungen geringer als erwartet ausfallen. […] Die Wirtschaftswissenschaftler Axel Ockenfels, Dirk Sliwka und Peter Werner haben das mit Daten eines international tätigen deutschen Unternehmens belegt.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2022 | Clemens Fuest & Axel Ockenfels & Achim Wambach & Georg Zachmann

„Man kann […] unterschiedlicher Meinung sein, was die richtige Energiestrategie ist. […] Das Problem ist, dass die EU-Mitgliedstaaten zwar gemeinsam mehrere Sanktionspakete gegenüber Russland beschlossen haben, sich aber gerade im Energiesektor eher unkoordiniert auf nationale und sektorspezifische Abwägungen fokussieren. […] Putins Strategie ist eine Reaktion der daraus resultierenden Verwundbarkeiten. Europa sollte das Heft des Handelns wieder in die eigene Hand nehmen. Das setzt voraus, dass die Europäer bereit sind, im Energiesektor nationale Interessen hintanzustellen und gemeinsam zu handeln.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2022 | Ralph Bollmann, Marcus Theurer & Axel Ockenfels

„[…] „Es gibt Hinweise, dass viele Bürger unterschätzen, was an Preissteigerungen noch auf sie zukommt“, sagt der Kölner Verhaltensökonom und Regierungsberater Axel Ockenfels. Umfragen zeigten immer wieder, dass die Mehrheit das Ausmaß der Energiekosten-Inflation unterschätze, was wiederum der Motivation zum Sparen schade. […] Ockenfels und andere Wirtschaftsforscher empfehlen seit Monaten, die Regierung solle Energiesparer belohnen: Wer weniger verbraucht als im Vorjahr, soll dafür einen Bonus bekommen. „Das könnte schnell verwirklicht werden und noch vor dem Winter Einspareffekte bringen“, erwartet der Ökonom.“

ECONtribute Wirtschaftspodcast, 21.07.2022 | Host: Carolin Jackermeier

„Wie viel kostet Kriminalität die Gesellschaft? Wie wirken sich Verbrechen langfristig auf die Karriere von Opfern aus? Und was hat Kriminalität eigentlich mit Wirtschaftsforschung zu tun? Anna Bindler, Professorin bei ECONtribute an der Universität zu Köln, forscht aus ökonomischer Sicht zu Kriminalität. In einer Studie hat sie analysiert, welche wirtschaftlichen Folgen Opfer von Verbrechen tragen. Wir sprechen darüber, wie sich Kosten von Kriminalität messen lassen, welche Arbeitsmarktfolgen Verbrechen für Oper im Schnitt haben und wie diese effektiv vermindert werden können. In dieser Folge geht es um Kriminalität, Kosten und Kausalität.“

Der Spiegel, 25.06.2022 | Axel Ockenfels & Georg Zachmann

„[…] Ein möglicher Schachzug wäre, Russland anzubieten, der EU eine erwünschte Menge (etwa ein Drittel der üblichen Jahreslieferungen) zu einem für beide Seiten wirtschaftlich akzeptablen Preis (etwa in der Größenordnung wie vor dem Angriffskrieg) zu verkaufen. Wird das Angebot abgelehnt, kommt es zu einem kompletten Lieferstopp. Russland stünde so faktisch vor der Entscheidung, heute und auch zukünftig kein Gas in Europa mehr verkaufen zu können. Oder aber seine bestehende Infrastruktur weiternutzen und weiter Gewinne erzielen zu können – die allerdings durch die EU auf ein ökonomisch „normales“ Maß heruntergestaucht würden.“

Handelsblatt, 06.06.2022 | Axel Ockenfels & Achim Wambach

„[…] die jüngsten Lieferausfälle [entsprechen] aber der Logik des strategischen Verhaltens Russlands. […] Solche Schachzüge sind kein „Gamechanger“. Sie sind vielmehr Teil einer schlüssigen Strategie im Spiel mit dem Ziel, die politischen und ökonomischen Verwundbarkeiten des Westens in dem Gaskonflikt auszunutzen. […] Europa muss umdenken und seine Verhandlungsposition in dem Gaskonflikt stärken. […] Dafür empfiehlt sich zum Beispiel die Vorbereitung von Zöllen für russische Öllieferungen und die Vorbereitung eines europäischen Preis-Ultimatums auf russische Gaslieferungen. Diese und andere Maßnahmen verbessern die Verhandlungsposition […].“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2022 | Axel Ockenfels & Georg Zachmann

„Die beiden drängendsten Herausforderungen der gegenwärtigen Gaskrise stellen sich auf europäischer Ebene. Erstens müssen alle europäischen Gasspeicher bis zum Winter schnell weiter gefüllt werden, und zweitens muss für eine Gasmangellage ein glaubwürdiger Mechanismus für die Verteilung des Gases über die Grenzen der Mitgliedstaaten hinweg gefunden werden. […] Moderne Auktionsregeln […] können dafür sorgen, dass die Marktmacht der Gasanbieter soweit möglich diszipliniert wird, der Gaseinkauf effizient […] verteilt wird und die Speicherbefüllung auch in besonders kritischen Regionen […] gelingt.“

Süddeutsche Zeitung, 28.05.2022 | Sebastian Herrmann

„In der Corona-Pandemie, in Fragen des Klimawandels und des Krieges in der Ukraine ergibt sich die gleiche Situation: Im Prinzip verfügen alle über die fast gleichen Informationen und streiten bitter über die Auslegung. Das menschliche Denken, die Wahrnehmung, das Erinnern und das Urteilen weichen oft systematisch davon ab, was rational wäre (was schwer genug zu definieren ist). Menschen vertrauen unbewusst auf sogenannte Heuristiken, nutzen also mentale Faustregeln. „Es gibt weit mehr als 100 Bias beziehungsweise kognitive Verzerrungen, die man finden kann“, sagt der Sozialpsychologe Andreas Glöckner von der Universität Köln. […] Lässt sich das Denken wenigstens hin und wieder aus den Bias-Gehegen hinausführen? Schwierig – und vermutlich stark abhängig davon, um welchen Effekt es konkret geht. Der Sozialpsychologe Glöckner bietet zum Beispiel Schulungen für Richter an, für die der Anker-Effekt eine wesentliche Rolle spielt.“

Zeit Online, 18.05.2022 | Axel Ockenfels & Georg Zachmann

„In Brüssel, Berlin und anderen europäischen Hauptstädten wird fieberhaft an Strategien für den Gaskrieg gearbeitet. […] Wenn die EU die Einnahmen Putins aus Gasverkäufen reduzieren möchte, so sollte sie zuerst den Preis limitieren, den die EU Gazprom zahlt – und nicht in erster Linie die Importmenge. Dies könnte durch ein Preisultimatum geschehen, bei dem die EU eine Preisobergrenze für Gasimporte aus Russland durchsetzt. Das eingesparte Geld könnte sie beispielsweise an die Ukraine zur Behebung der Kriegsschäden und nach Kriegsende auch an Russland auszahlen.“

Handelsblatt, 03.05.2022 |Peter Cramton, Axel Ockenfels & Achim Wambach

„Die Netzagentur führt aktuell eine Umfrage bei den 2500 größten Verbrauchern in der Industrie durch. Doch wie das Gas in einer Knappheitssituation am besten verteilt wird, dürfte sich auch so nicht vollständig beantworten lassen. „Das ist das altbekannte Problem einer Planwirtschaft“, erklären Cramton, Ockenfels und Wambach. Bei einer Auktion hingegen würde klar, wer es am dringendsten braucht […]. Das Problem: Die privaten Haushalte werden von der Preisentwicklung abgeschnitten, was den Anreiz zum Einsparen von Gas nimmt. Der Kompromiss könnte der Auktionsmechanismus sein. Die öffentliche Hand könnte für die Verbraucher mitbieten.“

Handelsblatt, 02.05.2022 | Peter Cramton, Axel Ockenfels & Achim Wambach

„Wer im Falle einer Verschlechterung der Versorgungslage das Gas bekommt und wer nicht, bestimmt, wie die Lasten auf alle Teile der Gesellschaft verteilt werden. […] Auktionen stellen das Gleichgewicht zwischen Nachfrage und der festgelegten, rationierten Angebotsmenge her. Den Zuschlag würden die Unternehmen bekommen, die die höchste Zahlungsbereitschaft haben […]. Die, die leichter substituieren können oder deren Produkte einfacher substituiert werden können, besitzen eine geringere Zahlungsbereitschaft und würden keinen Zuschlag bekommen – jedenfalls soweit sie keine kritische Aufgabe für die Wirtschaft und Gesellschaft übernehmen […].“

Handelsblatt, 26.04.2022 | Axel Ockenfels

„Es ist eine deutliche Warnung aus den USA: Ein sofortiger Stopp von russischen Öllieferungen in die EU hätte „schädliche Auswirkungen auf Europa und andere Teile der Welt“, sagte Finanzministerin Janet Yellen vergangene Woche. Eigentlich sind die USA bei den Sanktionen gegen Russland forscher unterwegs als die Europäer. Auch ihre eigenen Ölimporte haben sie bereits gestoppt. Der Grund dafür ist simpel: Die USA sind deutlich weniger von russischen Importen abhängig als die EU. Darum ist es einfach, die Verbindungen zu kappen. Europa aber bezieht große Mengen an Öl aus Russland und müsste sie durch Importe aus anderen Ländern ersetzen. Das würde die Preise stark steigen lassen – und damit auch den Amerikanern schaden. […] Ökonomen schlagen außerdem eine Zwischenlösung vor, wenn ein Embargo zu riskant erscheint: einen Zoll auf russisches Öl. Dieser könnte das Öl für die europäischen Abnehmer zwar teurer machen, aber nicht so viel, wie es ein Embargo tun würde, argumentieren Axel Ockenfels von der Uni Köln und Georg Zachmann von Bruegel in der „FAZ“. Einen Teil der Zollabgabe könnten die russischen Anbieter wohl nicht überwälzen, müssten ihn also selbst tragen. Nebenbei würde so russisches Geld in die Kassen der EU fließen.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2022 | Axel Ockenfels & Georg Zachmann

„Erlöse aus dem Öl- und Gasgeschäft sind die Haupteinnahmequelle Russlands. Das hat sich auch nicht mit den umfangreichen Sanktionen geändert. Mit den Energieeinnahmen in Euro und Dollar werden der Rubel stabilisiert, kriegswichtige Güter auf dem Weltmarkt gekauft sowie Söldner und Bundesgenossen bezahlt. Deshalb wird gefordert, die Zahlungen nach Russland einzustellen oder zumindest zu begrenzen. Doch schreckt die Politik vor den unsicheren wirtschaftlichen Auswirkungen eines vollständigen Embargos auf russische Energieimporte zurück. […] Klüger wäre es, nicht in erster Linie auf eine Reduktion der Importmenge abzuzielen, sondern direkt die Preise zu reduzieren, die wir Russland zahlen. Dies kann mithilfe eines Importzolls geschehen: Russische Anbieter müssen, wenn sie Energie auf dem europäischen Markt verkaufen, einen Zoll an den EU-Haushalt entrichten. […] Jede Sanktion birgt ein Vergeltungsrisiko. Russland könnte auf einen europäischen Importzoll mit einem vollständigen Exportembargo reagieren. Es gilt, dieses Risiko zu reduzieren. Wenn sich viele Länder auch außerhalb der EU auf eine Untergrenze für einen Importzoll einigen, wäre ein Totalembargo für Russland sehr teuer. Wenn sich Europa gleichzeitig gut auf ein Embargo vorbereitet, ist es nicht nur weniger verwundbar, die geringere Anfälligkeit macht die Drohung einer Vergeltung aus russischer Sicht auch weniger nützlich.“

Nature, Correspondence Section, 08.04.2022 | Axel Ockenfels, Simone Tagliapietra & Guntram Wolff

„Despite major sanctions on Russia following its invasion of Ukraine, the European Union is still importing almost US$1 billion’s worth of energy per day from Russia. Phasing out Russian gas and oil entirely […] is difficult for the EU […]. Instead, the EU should directly limit Russian oil and gas revenues by introducing a tariff or setting a price cap on imports, while keeping them flowing. […] First, the EU — Russia’s main fossil-fuel market — should assemble a large international demand cartel with an unavoidable minimum tariff on Russian energy or a maximum price cap. Second, the EU needs to improve its strategic options to buy oil and gas from elsewhere — the Middle East, for instance. Third, the EU might use an escrow account […] to disburse part of the withheld payments to Russia after the war; a share could go to Ukraine to repair war damage.“

ECONtribute – Der Wirtschaftspodcast, 01.04.2022 | Moritz Schularick

„Was passiert, wenn kein russisches Gas mehr fließt? Bricht Deutschlands Wirtschaft ein? Und warum zögert die deutsche Politik, einen Importstopp für russische Energie zu verhängen? Moritz Schularick, Professor bei ECONtribute an der Universität Bonn, hat in einer aktuellen Studie untersucht, welche wirtschaftlichen Folgen es für Deutschland hätte, wenn Russland den Gashahn zudreht oder die Bundesregierung ein Embargo umsetzt. Das Ergebnis: Der Wirtschaftseinbruch wäre deutlich, aber handhabbar. Wir sprechen darüber, wie das entstehende Gas-Defizit aufgefangen werden könnte, warum gerade Deutschland so abhängig von russischem Gas ist und was sich langfristig an der Energie-Infrastruktur ändern sollte.“

Handelsblatt, 24.03.2022 | Axel Ockenfels und Achim Wambach

„Solange wir uns nicht vollkommen von den Gas- und Öllieferungen Russlands abschotten, müssen alle energiepolitischen Entscheidungen des Westens, die Russlands Lieferungen betreffen, verhandelt werden. Explizit oder implizit, also am Verhandlungstisch oder durch Signale und Aktionen, wie es Putin gerade gemacht hat. […] So ist auch der jüngste Schachzug zu verstehen: An der Preisschraube könnte Putin leichter drehen, wenn die Zahlungen in Rubel erfolgen. […] So baut Putin eine Drohkulisse auf, mit dem Ziel, seine Verhandlungsposition zu verbessern. […] Zur Verbesserung der Verhandlungsposition der EU gehört auch, die eigene Verwundbarkeit zu reduzieren. Dafür sollte die EU die Vorbereitung auf ein mögliches Embargo mit aller Kraft vorantreiben, selbst wenn sie keines anstrebt. Und schließlich sollte der Westen seinen Handlungsraum ausbauen, um glaubwürdig signalisieren zu können, dass er Russland die Einnahmen aus Energieexporten teils streitig machen könnte. Vorschläge dafür, wie die Besteuerung russischer Energielieferungen, liegen vor.“

Rotary Magazin, 30.03.2022 | Axel Ockenfels

„Etwa 40-50% der russischen Staatseinnahmen kommen aus dem Verkauf von Öl und Gas. Es ist daher richtig, dass die Öl- und Gasimporte ein gewaltiger ökonomischer Hebel sein könnten, um Druck auf Putin auszuüben. Aber ein vollständiges Embargo hätte auch gravierende Nachteile. Deswegen lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob es bessere Alterativen gibt. […] Wenn die EU geschlossen auftritt und den Preis halbiert, den sie Putin für Gas anbietet, kann Russland wegen Engpässen in der Transportinfrastruktur nicht ohne weiteres der Preissenkung ausweichen und im großen Stil woandershin liefern. Russland könnte jedoch, wenn es das Preisangebot nicht hinnehmen möchte, seine Exporte stoppen. Doch das würde zu zusätzlichen massiven Einnahmeverlusten führen. Es ist zumindest fraglich, ob Russland das möchte und könnte. Im Übrigen könnte man auch ankündigen, einen Teil der einbehaltenen Zahlungen nach Abschluss eines Friedensvertrags auszuzahlen. Der andere Teil könnte an die Ukraine gehen und über die Zeit, bei wachsenden Kriegsschäden, entsprechend ansteigen.

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