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In den Medien

Der Spiegel, 25.06.2022 | Axel Ockenfels & Georg Zachmann

„[…] Ein möglicher Schachzug wäre, Russland anzubieten, der EU eine erwünschte Menge (etwa ein Drittel der üblichen Jahreslieferungen) zu einem für beide Seiten wirtschaftlich akzeptablen Preis (etwa in der Größenordnung wie vor dem Angriffskrieg) zu verkaufen. Wird das Angebot abgelehnt, kommt es zu einem kompletten Lieferstopp. Russland stünde so faktisch vor der Entscheidung, heute und auch zukünftig kein Gas in Europa mehr verkaufen zu können. Oder aber seine bestehende Infrastruktur weiternutzen und weiter Gewinne erzielen zu können – die allerdings durch die EU auf ein ökonomisch „normales“ Maß heruntergestaucht würden.“

Handelsblatt, 06.06.2022 | Axel Ockenfels & Achim Wambach

„[…] die jüngsten Lieferausfälle [entsprechen] aber der Logik des strategischen Verhaltens Russlands. […] Solche Schachzüge sind kein „Gamechanger“. Sie sind vielmehr Teil einer schlüssigen Strategie im Spiel mit dem Ziel, die politischen und ökonomischen Verwundbarkeiten des Westens in dem Gaskonflikt auszunutzen. […] Europa muss umdenken und seine Verhandlungsposition in dem Gaskonflikt stärken. […] Dafür empfiehlt sich zum Beispiel die Vorbereitung von Zöllen für russische Öllieferungen und die Vorbereitung eines europäischen Preis-Ultimatums auf russische Gaslieferungen. Diese und andere Maßnahmen verbessern die Verhandlungsposition […].“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2022 | Axel Ockenfels & Georg Zachmann

„Die beiden drängendsten Herausforderungen der gegenwärtigen Gaskrise stellen sich auf europäischer Ebene. Erstens müssen alle europäischen Gasspeicher bis zum Winter schnell weiter gefüllt werden, und zweitens muss für eine Gasmangellage ein glaubwürdiger Mechanismus für die Verteilung des Gases über die Grenzen der Mitgliedstaaten hinweg gefunden werden. […] Moderne Auktionsregeln […] können dafür sorgen, dass die Marktmacht der Gasanbieter soweit möglich diszipliniert wird, der Gaseinkauf effizient […] verteilt wird und die Speicherbefüllung auch in besonders kritischen Regionen […] gelingt.“

Süddeutsche Zeitung, 28.05.2022 | Sebastian Herrmann

„In der Corona-Pandemie, in Fragen des Klimawandels und des Krieges in der Ukraine ergibt sich die gleiche Situation: Im Prinzip verfügen alle über die fast gleichen Informationen und streiten bitter über die Auslegung. Das menschliche Denken, die Wahrnehmung, das Erinnern und das Urteilen weichen oft systematisch davon ab, was rational wäre (was schwer genug zu definieren ist). Menschen vertrauen unbewusst auf sogenannte Heuristiken, nutzen also mentale Faustregeln. „Es gibt weit mehr als 100 Bias beziehungsweise kognitive Verzerrungen, die man finden kann“, sagt der Sozialpsychologe Andreas Glöckner von der Universität Köln. […] Lässt sich das Denken wenigstens hin und wieder aus den Bias-Gehegen hinausführen? Schwierig – und vermutlich stark abhängig davon, um welchen Effekt es konkret geht. Der Sozialpsychologe Glöckner bietet zum Beispiel Schulungen für Richter an, für die der Anker-Effekt eine wesentliche Rolle spielt.“

Zeit Online, 18.05.2022 | Axel Ockenfels & Georg Zachmann

„In Brüssel, Berlin und anderen europäischen Hauptstädten wird fieberhaft an Strategien für den Gaskrieg gearbeitet. […] Wenn die EU die Einnahmen Putins aus Gasverkäufen reduzieren möchte, so sollte sie zuerst den Preis limitieren, den die EU Gazprom zahlt – und nicht in erster Linie die Importmenge. Dies könnte durch ein Preisultimatum geschehen, bei dem die EU eine Preisobergrenze für Gasimporte aus Russland durchsetzt. Das eingesparte Geld könnte sie beispielsweise an die Ukraine zur Behebung der Kriegsschäden und nach Kriegsende auch an Russland auszahlen.“

Handelsblatt, 03.05.2022 |Peter Cramton, Axel Ockenfels & Achim Wambach

„Die Netzagentur führt aktuell eine Umfrage bei den 2500 größten Verbrauchern in der Industrie durch. Doch wie das Gas in einer Knappheitssituation am besten verteilt wird, dürfte sich auch so nicht vollständig beantworten lassen. „Das ist das altbekannte Problem einer Planwirtschaft“, erklären Cramton, Ockenfels und Wambach. Bei einer Auktion hingegen würde klar, wer es am dringendsten braucht […]. Das Problem: Die privaten Haushalte werden von der Preisentwicklung abgeschnitten, was den Anreiz zum Einsparen von Gas nimmt. Der Kompromiss könnte der Auktionsmechanismus sein. Die öffentliche Hand könnte für die Verbraucher mitbieten.“

Handelsblatt, 02.05.2022 | Peter Cramton, Axel Ockenfels & Achim Wambach

„Wer im Falle einer Verschlechterung der Versorgungslage das Gas bekommt und wer nicht, bestimmt, wie die Lasten auf alle Teile der Gesellschaft verteilt werden. […] Auktionen stellen das Gleichgewicht zwischen Nachfrage und der festgelegten, rationierten Angebotsmenge her. Den Zuschlag würden die Unternehmen bekommen, die die höchste Zahlungsbereitschaft haben […]. Die, die leichter substituieren können oder deren Produkte einfacher substituiert werden können, besitzen eine geringere Zahlungsbereitschaft und würden keinen Zuschlag bekommen – jedenfalls soweit sie keine kritische Aufgabe für die Wirtschaft und Gesellschaft übernehmen […].“

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