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In den Medien

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2022 | Axel Ockenfels

„Der Angriffskrieg Russlands ist die zweite schwere Krise innerhalb kürzester Zeit, die auch Ökonomen vor nie dagewesene Herausforderungen stellt. Erst Corona und jetzt der russische Einmarsch werfen wirtschaftlich neue und existenzielle Fragen auf. […] Wissen eröffnet zwar Handlungsmöglichkeiten, sagte Max Weber, enthalte aber keine Hinweise darauf, welche konkrete Entscheidung zu treffen ist. Das ist die Aufgabe der Politiker, die auch Einflussgrößen und Stimmungen berücksichtigen müssen, die sich außerhalb der Modelle von Ökonomen abspielen. Diese mathematischen Modelle liefern zwar wertvolle Hinweise auf „Wirkungszusammenhänge und über mögliche Effektgrößen“, hat der Ökonom Axel Ockenfels gerade relativiert. Eine politische Gesamtbeurteilung erfordere aber mehr, „nämlich die Einbeziehung von Perspektiven und Risiken, die außerhalb des Modellrahmens liegen – und eine gewisse Vorsicht“.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2022 | Axel Ockenfels

„Die zu Beginn des Krieges gegen die Ukraine auch in Deutschland gelegentlich geäußerte Überzeugung, Putin könne mit Wirtschaftssanktionen des Westens locker umgehen, hat sich als falsch herausgestellt. […] „Der Krieg ist angesichts der überraschend effektiven ökonomischen Sanktionen und des überraschend ineffektiven russischen Militärs zunehmend zu einer existenziellen Bedrohung und Demütigung für Putin geworden“, konstatiert nüchtern der Ökonom Axel Ockenfels. […] Der Bundesregierung ist kein Vorwurf zu machen, wenn sie eine strategische, über die Belange der Wirtschaft erheblich hinausreichende Entscheidung nicht kurzfristig alleine auf der Grundlage ökonomischer Modellrechnungen zu treffen bereit ist. Diese Modelle haben ihre Grenzen. Aber es ließen sich Alternativen zu einem raschen Embargo prüfen, zum Beispiel eine Strafabgabe auf russisches Gas.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.03.2022 | Axel Ockenfels

„Es muss verhandelt werden, und das Ergebnis der Verhandlung ist offen. […] Drei Dinge sind meines Erachtens wichtig: Erstens sollte die EU ein Nachfragekartell bilden. […] Zweitens sollte die EU nicht versäumen, neben Zielen für die Gasmenge auch den Gaspreis als strategische Variable in den Blick zu nehmen. […] Alternativ könnte die EU eine Strafabgabe auf den Kauf von russischem Gas einführen. […] Im Ergebnis könnte die EU Russlands Gewinne aus dem Gasverkauf abschöpfen und so Putin schwächen. […] Die wichtigste Empfehlung lautet deswegen, sich mit aller Kraft auf einen möglichen Importstopp vorzubereiten und Alternativen für die Energieversorgung aufzubauen. Dies gilt selbst dann, wenn die EU die Verhandlungen mit dem Ziel führt, weiterhin russisches Gas zu importieren, denn in diesem Fall ist der Importstopp der relevante Drohpunkt.“

Kölner Stadt-Anzeiger, 10.03.2022 | Axel Ockenfels

„Mit Krieg und Frieden hat sich Spieltheorie schon in ihrer Anfangszeit beschäftigt, besonders während des kalten Krieges. […] Wer als unberechenbar gilt, kann sich paradoxerweise Vorteile verschaffen […], denn wer mit dem Feuer spielt, kann glaubwürdiger Druck ausüben. Der Beschuss von Atomkraftwerken in der Ukraine ist ein solches Beispiel. Deshalb ist es meines Erachtens wichtig, dass der Westen bei allen Sanktionen und Reaktionen möglichst berechenbar bleibt, so dass der Pfad für eine mögliche Deeskalation für alle Beteiligten klar ist. […] Eine Welt mit weniger Kooperation, weniger Handelsbeziehungen und weniger Sanktionsmöglichkeiten […] kann den anderen großen, globalen Herausforderungen unserer Zeit, allen voran dem Klimaschutz, weniger entgegensetzen. […] Da ist es gut zu wissen, dass die Spieltheorie nicht nur Einsichten für Konflikte liefert, sondern besonders auch für das Reparieren und Entstehen von Kooperation.“

Frankfurter Allgemeine, 25.02.2022 | Axel Ockenfels

„Zu welchem Team gehören Sie? […] Axel Ockenfels, Ökonom an der Universität Köln […]: Wir wissen, dass wir uns am liebsten mit Menschen und Informationsquellen umgeben, die ähnliche Meinungen vertreten und auch sonst ähnlich sind […] Das kann gefährlich werden: In einer Welt, in der Menschen sich im Internet ihre Team-Zugehörigkeit aussuchen können, finden sie leicht andere, die ähnlich extrem sind, wie sie selbst – was dann leichter zu noch extremeren Überzeugungen und Konsequenzen führt.“

Frankfurter Allgemeine, 18.02.2022 | Matthias Sutter

Bewerbung, Aufstieg, Führungsstil: Der Bonner Verhaltensökonom Matthias Sutter ist den menschlichen Faktoren für beruflichen Erfolg auf den Grund gegangen. […] Es gibt eine sehr saubere Studie, in der gemessen wurde, dass die Mitarbeiter im Homeoffice mehr schaffen und auch etwas zufriedener sind. Es hat sich aber gezeigt, dass diese Mitarbeiter dann trotzdem seltener befördert werden. Es scheint zu gelten: Aus den Augen, aus dem Sinn. Dann schadet Homeoffice der Karriere. […] Im Berufsleben ist es entscheidend, mit anderen „zu können“. Alle formalen Qualifikationen sind wenig wert, wenn man nicht vertrauen, kooperieren und geduldig sein kann.“

VOX CEPR’s Policy Portal, 15.02.2022 | Andreea Mitrut, Randi Hjalmarsson, Nadine Ketel, Anna Bindler

„Being the victim of crime harms health and labour market outcomes for adults, and educational outcomes for juveniles. Using data from all reported victimisations in the Netherlands between 2005 and 2018, this column finds a sharp and discontinuous increases in victimisation risk at ages 16 and 18, when bundles of rights – to purchase alcohol and tobacco, to enter bars and clubs, to drive mopeds and cars – are conferred on Dutch young people. The findings raise policy questions related to the optimal timing of granting these rights and whether steps should be taken to offset the risks associated with them.“

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