Universität zu Köln

Exzellenzzentrum für Soziales und Ökonomisches Verhalten

Das Zentrum für Soziales und Ökonomisches Verhalten (C-SEB) an der Universität zu Köln (UzK) bringt weltweit renommierte Kölner Forscherinnen und Forscher aus der Wirtschaftswissenschaft und der Psychologie zusammen. In enger Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Europa und den USA erforschen sie die Grundprinzipien sozialen und ökonomischen Verhaltens.

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Soziales und ökonomisches Verhalten beeinflusst nahezu jeden Bereich unseres Lebens. Dabei wirkt es sich nicht nur auf uns als Individuen aus. Auch der Erfolg von Organisationen in Politik, Wirtschaft, und Kultur hängt von Handlungen und den zugrundeliegenden Motiven und Wahrnehmungsmustern ab. Wer drängende gesellschaftliche Aufgaben erfolgreich bearbeiten möchte, muss daher zwingend verstehen, welche Einflussfaktoren auf das menschliche Verhalten wirken und wie dieses ‚gelenkt‘ werden kann. Deshalb zielt die Forschung am C-SEB darauf ab, eine empirisch fundierte Theorie zu entwickeln, welche die Wirkungsweise ökonomischer Anreizsysteme und menschlicher Informationsverarbeitung in sozialen und ökonomischen Entscheidungssituationen erklärt.

Dazu werden grundlegende Erkenntnisse aus der wirtschaftswissenschaftlichen Verhaltensforschung und der psychologischen sozialen Kognitionsforschung zusammengeführt. So möchte das C-SEB dazu beitragen, die Verhaltensforschung stärker für Fragestellungen der Anwendungspraxis nutzbar zu machen – beispielsweise bei der Förderung von Kooperation und Vertrauen in Verhandlungen oder bei der Ausgestaltung von Anreizsystemen in Unternehmen und Märkten.

Unsere Ziele

Wissenschaftlicher Austausch

Das C-SEB verbessert die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Forschenden mit einer Vielzahl von Maßnahmen. Um den wissenschaftlichen Austausch zu fördern, finden regelmäßig fächerübergreifende Workshops, Tagungen und Konferenzen mit internationalen Gästen statt.
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Forschungsförderung

Das C-SEB vergibt regelmäßig Förderstipendien an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Verhaltensökonomie und der sozialen Kognitionsforschung. Zurzeit existieren sieben Förderlinien, die sich an unterschiedliche Adressatengruppen richten.
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Gleichstellung und Nachwuchsförderung

Das C-SEB setzt sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Wissenschaft und die Förderung des akdemischen Nachwuchses ein. Das Zentrum unterstützt seine Mitglieder bei der Karriereplanung und bietet verschiedene Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf an.
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Pressemitteilungen

Markus Dertwinkel-Kalt wurde in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste berufen. Die Einrichtung wurde 2006 …

Für seine Dissertation „Essays on Behavioral Economics and Industrial Organisation“ erhielt Markus Dertwinkel-Kalt die Auszeichnung „Beste Dissertation der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät …

Matthias Sutter wurde zum Associate Editor des Journal of the European Economic Association ernannt. Das 2003 gegründete Journal hat den …

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In den Medien

Forbes, 09.01.2017 | Hersh Shefrin

„[Hersh Shefrin] new book Behavioral Risk Management explains why deep seated psychological pitfalls underlie the biggest risk management failures from the last fifteen years, including our slow response to address global warming properly.[…] A very insightful volume […] lays out the missing components. The volume is titled Global Carbon Pricing: We Will If You Will. […] The authors of the introductory chapters that lay out the framework of the book are David MacKay, Peter Cramton, Axel Ockenfels, and Steven Stoft.“

FAZ, 03.02.2017

„Das weltweit gefeierte Klimaabkommen von Paris ist nach Auffassung des wissenschaftlichen Beirates beim Bundeswirtschaftsministerium nicht geeignet, das Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung zu erreichen. […] Neben dem einheitlichen Mindestpreis für CO2-Emissionen sei es wichtig, alle Staaten am Klimaschutz zu beteiligen, heißt es in dem federführend von dem Kölner Ökonomen Axel Ockenfels bearbeiteten Papier.“

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Veranstaltungen

  • Charles Bellemare Course on Structural Estimation

    1. März 2017 - 3. März 2017 Universität zu Köln, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln, Germany

    Specification and estimation of structural models using experimental data from the lab and the field - The aim of this course is to introduce researchers to structural modeling and estimation of models in behavioral economics. It will discuss specification of preferences and constraints, different ways to incorporating unobserved heterogeneity (parametric and more flexible approaches), identification of model parameters with and without experimental data, as well as performing counterfactual predictions and assessing goodness of fit. A selection of papers will be presented to illustrate each of these themes. The course will also discuss how some structural models can be estimated in STATA. Charles Bellemare (https://www.ecn.ulval.ca/en/charles.bellemare) will be visiting the UoC from March 1-3 2017. He will give a course on structural estimation on the first two days and then give a talk about his own research on March 3 (around noon).
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Publikationen

Conrads, J., Irlenbusch, B., Rilke, R.M., Schielke, A. & Walkowitz, G. 2014.

„Honesty in Tournaments.“ Economics Letters, 123(1), 90-93.

Bichler, M. & Goeree, J. 2017.

„Frontiers in Spectrum Auction Design.“ International Journal of Industrial Organization, 50, 372–39.
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Aktuelle Forschungsfragen des C-SEB


Handeln Menschen immer eigennützig und zweckorientiert?

Menschen stehen oft vor der Entscheidung, ob sie sich regelkonform verhalten oder den eigenen Vorteil suchen sollen. Unmoralische oder unfaire Handlungen, wie zum Beispiel Lügen oder Betrug, können zu Nachteilen für Andere führen und das Wirtschaftsleben beeinträchtigen. Viele Menschen sind ehrlich und verzichten in solchen Situationen auf den persönlichen Vorteil, der beispielsweise durch Lügen erzielt werden könnte. Andere Menschen jedoch verhalten sich oft unmoralisch, wenn es ihnen nützt. Ob sich eine Person fair verhält oder nicht hängt von einer Vielzahl sozialer und ökonomischer Faktoren ab, vor allem aber von der Persönlichkeit und den biografischen Erfahrungen.

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Warum versagen Märkte und wie können wir sie reparieren?

Märkte sind Orte an denen Angebot und Nachfrage nach bestimmten Regeln zusammengeführt werden. Allerdings können Fehler in der Marktordnung oder irrationales Verhalten der Marktteilnehmer dazu führen, dass die Güterverteilung auf Finanz-, Arbeits-, Konsumgüter- und vielen anderen Märkten nicht richtig funktioniert oder sogar ganz zusammenbricht. Da die Auswirkungen solcher Krisen mitunter katastrophale Folgen haben können, ist es wichtig, Märkte und andere Wirtschaftsinstitutionen auf Basis fundierter Verhaltensforschung zu gestalten. Dabei werden die Anreize für die Marktteilnehmer so gesetzt, dass letztere ihre Ziele erreichen und der Markt funktioniert.

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Wie lässt sich der Erfolg von Klimaverhandlungen verbessern?

Während der letzten 150 Jahre ist die weltweite Durchschnittstemperatur durch die verstärkte Freisetzung von Treibhausgasen durch den Menschen stark gestiegen. Da die globale Erwärmung für die Umwelt und das menschliche Zusammenleben hohe Risiken birgt, ist es wichtig, die Treibhausgasemissionen zu verringern. Bislang konnten sich die Staaten jedoch nicht auf allgemein verbindliche Klimaziele einigen. Um die Klimaverhandlungen zum Erfolg zu führen, müssen die Teilnehmer dazu motiviert werden, Verpflichtungen einzugehen. Eine Voraussetzung dafür ist die gerechte Gestaltung des finanziellen Ausgleichs zwischen armen und reichen Ländern durch Transferzahlungen. Ein solcher Ausgleich lässt sich beispielsweise durch die Einführung eines globalen CO2-Preises erreichen, den die Länder durch jeweils für sie passende Maßnahmen umsetzen können.

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Wann Vertrauen wir Anderen?

Das Vertrauen in die Redlichkeit des Gegenübers ist eine unverzichtbare Voraussetzung für soziale und wirtschaftliche Interaktion. Ohne Vertrauen wäre ein fairer und verlässlicher gesellschaftlicher Umgang nur schwer vorstellbar. In welchem Ausmaß wir anderen Menschen vertrauen, hängt allerdings von einer Vielzahl von Faktoren ab, insbesondere von unserer Einschätzung der Situation und dem Bild das wir uns von unserem Gegenüber machen. Menschen, die auf gemeinsame positive Erfahrungen zurückblicken oder sich mit den Werten, Zielen und Bedürfnissen des Partners identifizieren können, vertrauen einander eher als Personen die sich fremd sind oder sich als voneinander abgegrenzt wahrnehmen.

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Warum vergleichen wir uns mit Anderen?

Das Wissen um die eigenen Fähigkeiten ist nicht nur im Sport, sondern auch in vielen Bereichen des Arbeits- und Alltagsleben von großer Wichtigkeit. Eine gute Einschätzung über die eigenen Leistungen erhalten Menschen, indem sie sich mit anderen vergleichen. Erst indem die eigenen Fähigkeiten und Errungenschaften zu denen anderer Individuen in Beziehung gesetzt werden, lässt sich deren Bedeutung ermitteln. Ist jemand besser, kann das schmerzhaft sein. Es liefert uns aber auch wertvolle Informationen darüber, was wir besser machen könnten und kann uns zu größeren Anstrengungen motivieren.

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Wie können wir es schaffen, Versuchungen zu widerstehen?

Oft stehen unsere langfristigen Ziele, wie eine gesunde Ernährung, mit kurzfristigen Verlockungen, wie einer appetitlichen Süßspeise, in Widerstreit. Ob wir es schaffen, diesen Versuchungen zu widerstehen, hängt von einer Vielzahl persönlicher und situativer Faktoren ab. So kann ein soziales Umfeld, das zur Standhaftigkeit ermutigt, eine große Hilfe sein. Rauschmittel, wie Alkohol, machen hingegen einen Kontrollverlust wahrscheinlicher. Psychologische Faktoren wie Willensstärke und Frustrationstoleranz spielen ebenfalls eine Rolle. Die einfachste Möglichkeit Versuchungen zu widerstehen, besteht jedoch darin, derartigen Situationen von vorneherein aus dem Weg zu gehen.

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