Rotary Magazin, 30.03.2022 | Axel Ockenfels
„Etwa 40-50% der russischen Staatseinnahmen kommen aus dem Verkauf von Öl und Gas. Es ist daher richtig, dass die Öl- und Gasimporte ein gewaltiger ökonomischer Hebel sein könnten, um Druck auf Putin auszuüben. Aber ein vollständiges Embargo hätte auch gravierende Nachteile. Deswegen lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob es bessere Alterativen gibt. […] Wenn die EU geschlossen auftritt und den Preis halbiert, den sie Putin für Gas anbietet, kann Russland wegen Engpässen in der Transportinfrastruktur nicht ohne weiteres der Preissenkung ausweichen und im großen Stil woandershin liefern. Russland könnte jedoch, wenn es das Preisangebot nicht hinnehmen möchte, seine Exporte stoppen. Doch das würde zu zusätzlichen massiven Einnahmeverlusten führen. Es ist zumindest fraglich, ob Russland das möchte und könnte. Im Übrigen könnte man auch ankündigen, einen Teil der einbehaltenen Zahlungen nach Abschluss eines Friedensvertrags auszuzahlen. Der andere Teil könnte an die Ukraine gehen und über die Zeit, bei wachsenden Kriegsschäden, entsprechend ansteigen.
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