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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2022 | Axel Ockenfels & Georg Zachmann

„Erlöse aus dem Öl- und Gasgeschäft sind die Haupteinnahmequelle Russlands. Das hat sich auch nicht mit den umfangreichen Sanktionen geändert. Mit den Energieeinnahmen in Euro und Dollar werden der Rubel stabilisiert, kriegswichtige Güter auf dem Weltmarkt gekauft sowie Söldner und Bundesgenossen bezahlt. Deshalb wird gefordert, die Zahlungen nach Russland einzustellen oder zumindest zu begrenzen. Doch schreckt die Politik vor den unsicheren wirtschaftlichen Auswirkungen eines vollständigen Embargos auf russische Energieimporte zurück. […] Klüger wäre es, nicht in erster Linie auf eine Reduktion der Importmenge abzuzielen, sondern direkt die Preise zu reduzieren, die wir Russland zahlen. Dies kann mithilfe eines Importzolls geschehen: Russische Anbieter müssen, wenn sie Energie auf dem europäischen Markt verkaufen, einen Zoll an den EU-Haushalt entrichten. […] Jede Sanktion birgt ein Vergeltungsrisiko. Russland könnte auf einen europäischen Importzoll mit einem vollständigen Exportembargo reagieren. Es gilt, dieses Risiko zu reduzieren. Wenn sich viele Länder auch außerhalb der EU auf eine Untergrenze für einen Importzoll einigen, wäre ein Totalembargo für Russland sehr teuer. Wenn sich Europa gleichzeitig gut auf ein Embargo vorbereitet, ist es nicht nur weniger verwundbar, die geringere Anfälligkeit macht die Drohung einer Vergeltung aus russischer Sicht auch weniger nützlich.“

Link zum Artikel: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wie-europa-russische-energieeinnahmen-begrenzen-kann-17940088.html

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