Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2022 | Axel Ockenfels
„Der Angriffskrieg Russlands ist
die zweite schwere Krise innerhalb kürzester Zeit, die auch Ökonomen vor nie dagewesene Herausforderungen stellt. Erst Corona und jetzt der russische Einmarsch werfen wirtschaftlich neue und existenzielle Fragen auf. […] Wissen eröffnet zwar Handlungsmöglichkeiten, sagte Max Weber, enthalte aber keine Hinweise darauf, welche konkrete Entscheidung zu treffen ist. Das ist die Aufgabe der Politiker, die auch Einflussgrößen und Stimmungen berücksichtigen müssen, die sich außerhalb der Modelle von Ökonomen abspielen. Diese mathematischen Modelle liefern zwar wertvolle Hinweise auf „Wirkungszusammenhänge und über mögliche Effektgrößen“, hat der Ökonom Axel Ockenfels gerade relativiert. Eine politische Gesamtbeurteilung erfordere aber mehr, „nämlich die Einbeziehung von Perspektiven und Risiken, die außerhalb des Modellrahmens liegen – und eine gewisse Vorsicht“.“
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